Artikel: Die Wissenschaft hinter kalt verarbeiteten botanischen Wirkstoffen
Die Wissenschaft hinter kalt verarbeiteten botanischen Wirkstoffen

Warum erhitzen, was die Natur uns so schön geschenkt hat?
Wusstest du, dass wir ursprünglich zu kochen begannen, um Zeit und Energie zu sparen? Lange bevor Feuer Teil unseres Alltags wurde, aß der Mensch seine Nahrung roh. Das kostete einiges an Energie: Rohkost war oft zäh, schwerer zu kauen und zu verdauen. Durch Schneiden, Zerstampfen und schließlich Kochen wurde Nahrung weicher, und der Körper konnte Nährstoffe leichter aufnehmen. Eine clevere Entdeckung.
Doch es gibt auch eine Kehrseite. Durch Erhitzen geht ein Teil der natürlichen enzymatischen Aktivität verloren. Und genau dieses Prinzip finden wir spannend, wenn es um Hautpflege geht.
Warum sollte man botanische Wirkstoffe erhitzen?
Bei kosmetischen Inhaltsstoffen erscheint Erhitzen vielleicht logisch. Wärme hilft, Mikroorganismen zu reduzieren, und vereinfacht die Produktion. Doch starke Hitze hat einen Nachteil: Manche der wertvollsten Wirkstoffe sind thermolabil, also hitzeempfindlich, und können sich dadurch zersetzen.
Denk an bestimmte Vitamine, Enzyme, Polyphenole und Carotinoide. Auch pflanzliche Öle, darunter ätherische Öle, neigen zur Oxidation, wenn sie viel Wärme ausgesetzt werden. Oxidation kann man sich ein wenig wie das Rosten von Eisen vorstellen: ein Alterungsprozess, der ein Öl langsam weniger wirksam macht.
Selbst die Pasteurisierung, bei der Inhaltsstoffe meist auf etwa 70 bis 75 °C erhitzt werden, kann die Aktivität bestimmter natürlicher Stoffe beeinflussen. Kurz gesagt: Wie sorgfältig man mit botanischen Wirkstoffen umgeht, bestimmt mit, wie viel ihrer natürlichen Eigenschaften erhalten bleibt.
Genau deshalb entscheiden wir uns bewusst für lebendige, pflanzliche Wirkstoffe statt inerter Rohstoffe wie Mineralöl. Eine Pflanze hat etwas zu geben: Vitamine, Antioxidantien, Pflanzenenzyme. Aber man muss diese Kraft eben zu bewahren wissen.
Kalt oder lauwarm verarbeiten: der Ansatz von Abloom
Bei Abloom gehen wir einen anderen Weg. Unsere Rohstoffe werden kalt oder lauwarm verarbeitet. Wir arbeiten nie über etwa Körpertemperatur und halten maximal 36 °C ein.
Beim Kaltverarbeiten wird die Temperatur gar nicht erhöht. Das sieht man bei bestimmten Mazerationen, bei denen Pflanzen ihre wertvollen Bestandteile in aller Ruhe abgeben.
Bei der lauwarmen Verarbeitung kann etwas Wärme durchaus funktional sein. Manche Pflanzen geben ihre Bestandteile erst bei einer milden Temperatur optimal frei. Es geht uns also nicht um so kalt wie möglich, sondern um so sorgfältig wie möglich.
Und ja, unerwünschte Mikroorganismen möchte man unter Kontrolle halten. Doch das erfordert nicht automatisch hohe Temperaturen. Durch sorgfältiges Arbeiten, passende natürliche Konservierung und guten Schutz vor Luft und Licht bleibt die Qualität der Wirkstoffe erhalten.
Was das für deine Haut bedeutet
Für uns ist das die Essenz natürlicher Hautpflege: nicht mehr tun als nötig und vor allem bewahren, was die Natur uns gibt. Du findest es in unseren Produkten wieder. Die kaltgepressten Öle in unserem Miracle Oil und dem Supreme Hautelixier behalten so viel wie möglich von ihrer ursprünglichen Pflanzenkraft. Und die pflanzlichen Enzyme in unserem Enzym-Peeling wirken gerade deshalb, weil sie nicht durch Hitze zerstört wurden.
Neugierig, wie kraftvoll Pflanzen sein können? Lies auch über die Gemmo-Extrakte, die wir verwenden: Knospen und junges Pflanzengewebe, geerntet in ihrem vitalsten Moment.
Warum also kostbare botanische Wirkstoffe erhitzen, wenn es doch gerade darum geht, ihre natürliche Kraft so schön wie möglich zu bewahren?
Barbara Baars, Hautspezialistin bei Abloom

