Artikel: Trockene, fettige oder Mischhaut? So funktioniert es wirklich
Trockene, fettige oder Mischhaut? So funktioniert es wirklich

Die meisten Hautpflegemarken gehen davon aus, dass du einen festen Hauttyp hast, an dem sich kaum etwas ändern lässt. Das stimmt nicht. Abgesehen von einigen Hauterkrankungen werden wir nicht mit trockener, fettiger oder Mischhaut geboren. Wir kommen mit normaler Haut zur Welt.
In der Praxis sehe ich oft, dass Kundinnen fest davon überzeugt sind, nun einmal einen bestimmten Hauttyp zu haben. Was ihnen dabei entgeht, ist, wie viel Einfluss sie selbst darauf haben. In diesem Beitrag erkläre ich, wie trockene, fettige und Mischhaut entstehen und was du tun kannst, damit deine Haut wieder so arbeitet, wie sie soll. Und ja, du erfährst auch, wie du die Balance zurückholst, denn das ist wirklich möglich.
Wie Hautprobleme beginnen
Viele Hautbeschwerden beginnen schon in der Pubertät. Jugendliche fangen an, mit Make-up zu experimentieren, oft viel zu früh. TikTok ist voll von Make-up-Tutorials von Mädchen, die acht oder neun Jahre alt sind. Dieses Make-up muss natürlich auch wieder herunter, meistens mit aggressiven, entfettenden Cleansern, die die Haut austrocknen und empfindlicher machen.
Viele Reinigungsprodukte enthalten SLS, einen stark schäumenden und austrocknenden Inhaltsstoff. Die Hautbarriere wird geschädigt, es entstehen Mitesser und Pickel, und danach wird noch häufiger gereinigt. So wird die Haut immer trockener.
Trockene Haut bei Erwachsenen
Bei Erwachsenen entsteht trockene Haut oft dadurch, dass zu wenig gepflegt wird. Manche Frauen verwenden morgens nur eine Tagescreme und denken, dass sie damit für den Rest des Tages versorgt sind. Ich würde aussehen wie ein vertrocknetes Äpfelchen. Je älter wir werden, desto schlechter hält die Haut Feuchtigkeit. Mit der richtigen Pflege kannst du die Haut von außen beim Hydrieren unterstützen und die Feuchtigkeit an der Oberfläche halten.
Trockener Haut vorbeugen
Trockene Haut lässt dich nicht nur älter aussehen, sie ist auch ungesund. Eine gesunde Hautbarriere ist gut hydriert und enthält die richtige Menge Talg. Bei trockener Haut funktioniert die Oberfläche nicht optimal, sodass schädliche Stoffe und Krankheitserreger leichter eindringen können, mit allen Folgen, die das mit sich bringt.
Wie fettige Haut entsteht
Auch fettige Haut beginnt oft in jungen Jahren. Die Hormone laufen dann auf Hochtouren und können die Haut aus dem Gleichgewicht bringen. Hormone haben natürlich eine Funktion, unter anderem, dich zu einem erwachsenen Menschen heranwachsen zu lassen. Eines dieser Hormone ist IGF-1 (Insulin-like Growth Factor 1). Es stimuliert das Wachstum und damit auch die Talgproduktion.
Wenn du viele tierische Milchprodukte konsumierst, nimmst du damit zusätzliche Wachstumsfaktoren auf. Milch ist schließlich dafür gedacht, ein kleines Kalb zu einer ausgewachsenen Kuh heranwachsen zu lassen.
Zu fettige Haut kann dich ziemlich verunsichern. Trotzdem brauchst du deinen eigenen Talg, aber in der richtigen Menge. Zu viel Talg verstopft die Poren, und wenn deine Abwehr etwas schwächer ist, können Entzündungen entstehen. Auch Zucker und Lebensmittel, die deinen Blutzucker schnell ansteigen lassen, tragen zu Unreinheiten und Entzündungen bei. Möchtest du die Rolle deines eigenen Hautfetts besser verstehen? Lies mehr darüber, ob Talg gut oder schlecht für deine Haut ist.

Warum Mineralöl keine gute Idee ist
Sowohl bei trockener als auch bei fettiger Haut rate ich dringend von Mineralöl ab. Dieser Inhaltsstoff schließt die Haut vollständig ab, wodurch die Talgfunktion aus dem Gleichgewicht gerät und die Haut entweder zu viel oder zu wenig Talg produziert. Leider steckt Mineralöl noch immer in vielen Kosmetikprodukten.
Man hört oft, dass die Haut Feuchtigkeit besser hält, wenn man sie abschließt. Das stimmt teilweise, doch gleichzeitig kann auch nichts mehr nach außen. Talg, Schweiß und Abfallstoffe bleiben eingeschlossen. Viele Hautprobleme werden dadurch sogar verursacht oder verschlimmert: fettige Haut, trockene Haut, grobe Poren, Pickelchen und Entzündungen. Hier erfährst du mehr über Mineralöl und warum deine Haut davon abhängig werden kann.
Mit natürlichen Ölen und Cremes hältst du Feuchtigkeit genauso gut, während deine Haut normal weiterarbeitet und Abfallstoffe abgeben kann. Das ist eine viel gesündere Wahl. Unser Miracle Oil in Kombination mit dem Hydrating Toner hilft deiner Haut, hydriert zu bleiben und wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Tipp 1: Reinige deine Haut nur einmal am Tag
In der Nacht treten allerlei Stoffe aus den Poren aus, doch die lassen sich problemlos mit Wasser abspülen. Vergiss nicht, dass Wasser von sich aus schon reinigend wirkt. Ein Cleanser entfernt immer mehr Talg, dein eigenes Hautgold, als Wasser. Am Abend möchtest du natürlich reinigen. Wähle dann einen milden, biologischen Reiniger mit ausschließlich pflanzlichen Inhaltsstoffen, wie unseren Purifying Cleanser.
Tipp 2: Verwende ein Gesichtsöl
Wir sind zu Unrecht ängstlich gegenüber Gesichtsölen geworden. Das liegt daran, dass viele Menschen dabei an Mineralöl denken, das auf der Haut liegen bleibt, statt einzuziehen. Wähle lieber ein natürliches, biologisches und kaltgepresstes Gesichtsöl, das die Haut nicht abschließt, sondern sie nährt und ihr hilft, Feuchtigkeit zu halten.
Außerdem ähnelt ein natürliches Öl dem menschlichen Talg zu etwa 98%. Dadurch kann es eine überaktive Talgproduktion beruhigen. Unser Miracle Oil ist dafür ein schönes Beispiel.
Tipp 3: Kontrolliere auch dein Make-up
Achte darauf, dass sich kein Mineralöl in deiner Foundation oder deinem Concealer versteckt. Wenn du diesen Inhaltsstoff einmal meidest und deine Haut endlich wieder atmen kann, willst du sie nicht erneut abschließen. Concealer wird oft verwendet, um einen Pickel zu kaschieren, doch wenn du eine Entzündung vollständig abschließt, kannst du dir vorstellen, was darunter passiert.
Dein Hauttyp steht also nicht fest. Mit sanfter Reinigung, natürlicher Pflege und Aufmerksamkeit dafür, was du auf und in deinen Körper bringst, holst du deine Haut Schritt für Schritt zurück ins Gleichgewicht.
Barbara Baars
Hautspezialistin

